Begriffserkl├Ąrung

laut ZTV- Baumpflege, Baumkontrollrichtlinie (FLL), DIN 18920

FLL - Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung Landschaftsbau e.V.
ZTV - Zus├Ątzliche Technische Vertragsbedingungen

Zus├Ątzliche Technische Vertragsbedingungen und Richtlinien f├╝r Baumpflege

Technische Regeln der FLL stehen jedermann zur Anwendung frei. Eine Anwendungspflicht kann sich aus Rechts- und Verwaltungsvorschriften, Vertr├Ągen oder aus sonstigen Rechtsgrundlagen ergeben. FLL-Regelwerke sind Ergebnis ehrenamtlicher technisch-wissenschaftlicher Gemeinschaftsarbeit. Durch die Grunds├Ątze und Regeln, die bei ihrer Erstellung angewandt werden sind sie als fachgerecht anzusehen. FLL-Regelwerke sind eine wichtige Erkenntnisquelle f├╝r fachgerechtes Verhalten im Notfall. Jedoch k├Ânnen sie nicht alle m├Âglichen Sonderf├Ąller erfassen, in denen weitergehende oder eingeschr├Ąnkte Ma├čnahmen geboten sein k├Ânnen. Dennoch bilden sie einen Ma├čstab f├╝r einwandfreies technisches Verhalten. Dieser Ma├čstab ist auch im Rahmen der Rechtsordnung von Bedeutung.

Ast

Feinast/Zweig: Ast mit einem Durchmesser bis 1 cm.
Feinast: Ast mit einem Durchmesser ├╝ber 1 bis 3 cm.
Schwachast: Ast mit einem Durchmesser ├╝ber 3 bis 5 cm.
Grobast: Ast mit einem Durchmesser ├╝ber 5 bis 10 cm.
Starkast: Ast mit einem Durchmesser ├╝ber 10 cm.

Baumfremder Bewuchs
Bewuchs von anderen Pflanzenarten auf und an B├Ąumen (z. B. Efeu, Mistel, Waldrebe).

Baumkontrolle
Regelkontrollen in Form von Sichtkontrollen durch fachlich qualifizierten Inaugenscheinnahme vom Boden aus zur ├ťberpr├╝fung eines Baumes auf Verkehrssicherheit

Baumumfeldverbesserung
Ma├čnahmen zur Verbesserung/Wiederherstellung der Lebens- und Wachstumsbedingungen des Baumes (z. B. Verbesserung des Luft- und Wasserhaushaltes im Wurzelbereich) bzw. zur Wiederherstellung eines f├╝r den Baum ausreichend gesicherten und ├Âkologisch funktionsgerechten Lebensraumes.

Baumpflege
Ma├čnahme am Baum und Baumumfeld zur Vermeidung von Fehlentwicklungen und zur Erhaltung, Verbesserung oder Wiederherstellung der Vitalit├Ąt und Verkehrssicherheit des Baumes.

Bruchsicherheit
Ausreichende F├Ąhigkeit, dem Bruch von Stamm- und Kronenteilen beim Einwirken von Lasten, z.B. Sturm, Schnee, Eis und Eigengewicht zu widerstehen.

Eingehende Untersuchung
Untersuchung, die durchgef├╝hrt werden muss, wenn bei der Baumkontrolle Zweifel ├╝ber die Verkehrssicherheit und/oder die zu treffenden Ma├čnahmen bleiben.

Eink├╝rzung von Kronenteilen (Kronenteileink├╝rzung)
Einzelne Äste sind entsprechend den Erfordernissen der Verkehrssicherheit und/oder des Baumumfeldes einzukürzen.

Erziehungs-/Aufbauschnitt
Schnittma├čnahme bei j├╝ngeren B├Ąumen zur Erzielung einer der vorgesehenen Funktion des Baumes entsprechenden Krone und zur Vermeidung von Fehlentwicklungen.

Habitus
├äu├čeres Erscheinungsbild des Baumes.

Kronenpflege
Unerw├╝nschten Entwicklungen in der Krone (z.B. Zwieselbildung) ist durch Schnittma├čnahmen, ├╝berwiegend im Fein- und Schwachastbereich, vorzubeugen. Tote, kranke, absterbende, sich kreuzende oder reibende ├äste sind abzuschneiden. Bei B├Ąumen an Verkehrsfl├Ąchen ist auf die Einhaltung des Lichten Raumes zu ├╝berpr├╝fen und ggf. zu schneiden.

Kronenauslichtung
Ausd├╝nnen der Krone durch Entnahme gesunder ├äste, insbesondere im Feinast- und Schwachastanteil (z. B. zum Verringern der Beschattung, zum Ausgleich von Wurzelverlusten), sowie ├╝berz├Ąhliger Wasserreiser.

Kronensicherung
Stabilisieren der Krone durch gegenseitiges Verbinden von Kronenteilen zur Verminderung der Bruchgefahr. Stabilisierung von Rissen in St├Ąmmen und ├ästen.

Kroneneink├╝rzung
Die gesamte Krone ist in ihrer H├Âhe und/oder ihrer seitlichen Ausdehnung entsprechend den Erfordernissen der Verkehrssicherheit und/oder des Baumumfeldes einzuk├╝rzen.
Der Umfang der Eink├╝rzung ist insbesondere abh├Ąngig von Baumart und Habitus und soll h├Âchstens 20 % betragen.
Die verbleibende Krone soll einen m├Âglichst arttypischen Habitus behalten bzw. wieder entwickeln k├Ânnen.

Kronensicherungsschnitt
Extremer R├╝ckschnitt in der Krone ohne R├╝cksicht auf den Habitus, als Notma├čnahme an B├Ąumen mit begrenzter Lebenserwartung, zur Herstellung der Verkehrssicherheit.

Lichtraumprofil
Umgrenzung des lichten Raumes an Stra├čen und sonstigen Verkehrsfl├Ąchen, der f├╝r ungehindertes Passieren freizuhalten ist. Das Lichtraumprofil kann je nach der Verkehrsbedeutung der Stra├če unterschiedlich bemessen sein (s. RAS-Q). Im Regelfall 4,50m ├╝ber der Stra├če und 2,50m ├╝ber Gehwegen.

Lichtraumprofilschnitt (Herstellung Lichtraumprofil)
Ma├čnahme zum Erhalten oder Herstellen des f├╝r den Verkehr freizuhaltenden Raumes.

Seilklettertechnik (SKT)
Baumklettern, dient dem Erreichen von Arbeitspl├Ątzen in B├Ąumen, die mit herk├Âmmlichen Mitteln, wie Arbeitsb├╝hnen sehr schwer oder ├╝berhaupt nicht zug├Ąngig sind.

Standort
Der Lebensort des Baumes mit allen Umwelteinwirkungen, die sich auf seine Entwicklung auswirken (insbesondere geografische Lage, H├Âhenlage, Exposition, Neigung, Klima, Boden, Untergrund, Fl├Ąchennutzung).

Standsicherheit
Ausreichende Verankerung des Baumes im Boden.

Totholzbeseitigung (Totholzentfernung)
Tote und gebrochene ├äste ab Schwachastst├Ąrke sind abzuschneiden. Wundbehandlungsstoffe d├╝rfen nicht aufgetragen werden.

Verkehrsrechtliche Anordnung
Wer in den Stra├čenverkehr eingreift, d.h. regelnde oder st├Ârende Ma├čnahmen durchf├╝hrt ben├Âtigt hierf├╝r eine Genehmigung des Stra├čenbaulasttr├Ągers bzw. der zust├Ąndigen Stra├čenverkehrsbeh├Ârde. Diese gilt f├╝r einen bestimmten Zeitraum, eine Ma├čnahme und einen Ort.

Verkehrssicherheit
Zustand eines Baumes (insbesondere Stand- und Bruchsicherheit), in dem er weder in seiner Gesamtheit noch in seinen Teilen eine vorhersehbare konkrete Gefahr darstellt.

Verkehrssicherungspflicht
Verpflichtung des Baumeigent├╝mers bzw. der auf andere Weise f├╝r B├Ąume Verantwortlichen, die erforderlichen Vorkehrungen zu treffen, um Gefahren f├╝r Dritte m├Âglichst abzuwenden.

Wurzel
Unterirdischer Teil des Baumes, der das Wasser mit den darin gel├Âsten N├Ąhrstoffen dem Boden entnimmt und weiterleitet, N├Ąhrstoffe speichert und den Baum im Boden verankert.

Wurzelbereich
Bodenbereich, der vom Baum durchwurzelt wird. Die r├Ąumliche Ausdehnung ist baumart- und Standort bedingt und reicht i. d. R. deutlich ├╝ber die Kronentraufe hinaus.

Wurzelschutz
Ma├čnahme zum Schutz des Wurzelbereiches oder einzelner Wurzeln, insbesondere gegen Bodenauf-/ abtrag, mechanische Sch├Ąden, Verdichtungen, Austrocknung und Forst.

Zugast/-zweig
Nachgeordneter Ast/Zeig, der beim Eink├╝rzen eines ├╝bergeordneten Astes/Zweiges stehengelassen wird, um das Abschotten und ├ťberwallen der Schnittfl├Ąche zu f├Ârdern sowie die Leitfunktion f├╝r den verbleibenden Ast/Zweig zu ├╝bernehmen.