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13.01.2020

Baum des Jahres 2020 - Die Gewöhnliche Robinie

Die aus Nordamerika stammende Gewöhnliche Robinie (Robinia pseudoacacia) ist aufgrund ihrer dekorativ und exotisch wirkenden Erscheinung ein begehrtes Gehölz für Park- und Gartenanlagen. Auffällige Erkennungszeichen sind die kräftigen Dornen an der Basis der Blattstiele, die tief gefurchte Borke und die für Schmetterlingsblütler typischen Hülsenfrüchte. Weitere unverkennbare Merkmale sind die zarten Fiederblätter, die hängenden weißen Blütentrauben und die oft bizarr verzweigte, lichtdurchlässige Krone.

Im Verlauf der Kolonialisierung Nordamerikas wurden Anfang des 17. Jahrhunderts erste Robinien in Europa gepflanzt - in Deutschland um 1670 im Lustgarten des Berliner Stadtschlosses. Das Interesse an der Robinie als Parkbaum nahm mit der Entwicklung der großzügig angelegten Landschaftsparks zu. Des Weiteren wurde sie zunächst für die Rückgewinnung von jahrhundertelang übernutzten und verödeten Wäldern in Arealen mit sandig-trockenen Böden aufgrund ihres ungewöhnlich schnellen Wachstums und der erstaunlichen Härte des Holzes genutzt.

Heute wird die Robinie unter anderem als Bienenweide, als Hecken- und Feldgehölz und als Alleebaum an Stadt- und Landstraßen verwendet, da sie sehr salz- und immissionstolerant ist und gut mit dem städtischen Klima und den oft schwierigen Bodenverhältnissen zurechtkommt.
Dank ihres dichten und weit in die Breite reichenden Feinwurzelsystems wird die Robinie zur Bodensicherung an Steilhängen, auf Dämmen, an Böschungen und auf offenen Sandflächen eingesetzt. Sie ist nach einem Brand oder Sturm ein Pionier-Gehölz an lichten und extrem kargen Standorten aufgrund der ungewöhnlichen Eigenschaft mithilfe von Bakterien, die in Knollen an ihren Wurzeln leben, Luftstickstoff für sich nutzbar zu machen.

Die Rinde, die reifen Samen und die Blätter der Robinie sind für uns Menschen giftig. Jedoch sind die stark duftenden Blütentrauben essbar und aus dem Blütensaft lassen sich Limonaden und Gelees herstellen. Der aus Robinienblüten gewonnene Honig - auch Akazienhonig genannt - ist mild und klar.
Robinienholz ist ein zähes und elastisches Holz und weist eine besondere Härte und ungewöhnlich hohe Witterungsbeständigkeit auf. So findet es im Wasser- Boots- und Brückenbau Verwendung, als auch für Lärmschutzwände, Gartenmöbel und Spielplätze als Alternative zu Tropenhölzern im Outdoor-Bereich.

Aufgrund der Fähigkeit Luftstickstoff im Boden anzureichern und der stark austreibenden Wurzelbrut wurde die Robinie vom Bundesamt für Naturschutz als invasive Baumart eingestuft. Sie ist ein Beispiel für eine nichteinheimische Baumart, die die Biodiversität von nährstoffarmen Landschaftsbereichen gefährdet.
Mit Blick auf die fortschreitende Klimaerwärmung könnte die Robinie aufgrund ihrer besonderen Eigenschaften jedoch als Hoffnungsträger gesehen werden.

(Quelle: http://baum-des-jahres.de, Baum des Jahres - Dr. Silvius Wodarz Stiftung)

(Bildquellen: pixabay.com)

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01.10.2019

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Aktuelles Projekt

Pflanzung alter Obstgehölzsorten in der Sächsischen Schweiz

Pflanzung von alten Apfel- und Pflaumensorten in Thürmsdorf und Königstein

Im Frühjahr 2020 haben wir auf drei verschiedenen Standorten in der Sächsischen Schweiz unterhalb der Festung Königstein und im benachbarten Thürmsdorf innerhalb von einer Woche insgesamt 146 Obstbäume gepflanzt. Dafür wurden 13 verschiedene alte Apfelsorten und 7 alte Pflaumensorten ausgewählt. Das Projekt wurde anteilig mit Fördergeldern des Sächsischen Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie unterstützt und unter Beteiligung von zahlreichen Freiwilligen umgesetzt.
Die Obstgehölze wurden den Standortbedingungen entsprechend mit Mäuseverbissschutz im Wurzelbereich und einem Dreibock mit einem Maschendrahtgeflecht als Verbissschutz gepflanzt. Ein Kalkanstrich schützt die Rinde vor allem gegen Sonnenbrand sowie vor Schädlings- und Pilzbefall. Schließlich wurden die Bäume fachgerecht angebunden und mit Rindenmulch und einer Gießmulde versehen.
Die entstandenen Obstbaumreihen umsäumen landwirtschaftlich genutzte Flächen, sie begrenzen Feldwege bzw. Straßen und prägen nun das Landschaftsbild als raumbildende Elemente mit. Die im Privatbesitz befindlichen Gehölze werden artentsprechend gepflegt und wirtschaftlich genutzt. So werden die Früchte zum Verzehr als Frischobst Verwendung finden oder zu Säften, Likören u.v.m. weiterverarbeitet. Gründe für die Verwendung von alten Obstsorten sind der Erhalt der Sortenvielfalt und die besonders aromatischen Früchte, die ohne chemische Behandlung reifen und weniger anfällig ggü. Schädlingen und Krankheiten sind.


Auftraggeber :   Privat